Häufige Fragen (FAQs).

Hier finden Sie Fragen und Antworten zu folgenden Themen:

Hospiz und Palliativstation

Wer braucht eine Palliativversorgung?

Im Blickpunkt der Palliativmedizin und Palliativpflege stehen schwerstkranke und sterbende Menschen mit schwerwiegenden, sehr belastenden Begleiterscheinungen – z. B. Schmerzen, Atemnot, starke Übelkeit und andere körperliche Symptome, aber auch Angstzustände. Der Wirkungskreis der Palliativversorgung hat sich im Laufe der Zeit verändert. Früher galt die Aufmerksamkeit fast ausschließlich Menschen mit Krebserkrankungen in ihrer letzten Lebensphase. Heute werden Palliativmediziner schon viel früher und bei unterschiedlichsten Diagnosen hinzugezogen. Das Ziel: belastende Symptome einer Erkrankung lindern und so die Lebensqualität der betroffenen Menschen steigern.

Wo finde ich ambulante und stationäre Angebote in meiner Nähe?

In unserer Adressdatenbank finden Sie die Adressen aller Hospizvereine und Hospizgruppen, Palliativstationen an Krankenhäusern, stationären Hospize und Hospizakademien in Bayern. Sie können nach Ort, Postleitzahl, Regierungsbezirk und Art der Einrichtung suchen.
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Muss ich Mitglied in einem Hospizverein sein, um an meinem Lebensende hospizlich betreut zu werden?

Nein. Als Mitglied in einem Hospizverein unterstützen Sie die Hospizarbeit mit Ihren Beiträgen und eventuell auch ehrenamtlichem Einsatz. Sie erwerben damit jedoch kein Anrecht auf eine Hospizbegleitung. Die Überweisung an eine Palliativstation oder in ein Hospiz kann nur der behandelnde (Haus-)Arzt oder das behandelnde Krankenhaus ausstellen. Gibt es eine Warteliste, so entscheidet das Hospiz ausschließlich nach Dringlichkeit.

Ich habe keine Angehörigen, die sich um mich kümmern könnten. Kann ich trotzdem meine letzten Lebenswochen zu Hause verbringen?

Wenn Sie in Ihrem Leben die wesentlichen Fragen am liebsten mit sich selbst ausgemacht haben, wenn Sie gut und gern mit sich selbst auskommen und wenn Sie keine Angst vor dem Alleinsein – vielleicht auch in Ihren letzten Stunden – haben: oftmals ja. Je nach Bedarf gibt es unterschiedliche Angebote für die medizinische Versorgung, die Pflege und die Begleitung. Am besten, Sie wenden sich an einen Hospizdienst in Ihrer Nähe:
Adressen der Hospizvereine/-gruppen in Bayern

Übrigens: Nicht nur Verwandte begleiten Menschen in ihrer letzten Lebensphase. Auch Freunde oder Nachbarn können – unterstützt von Hospizdiensten – starke Netzwerke bilden.

Was kostet ein stationärer Hospizplatz? Was muss ich für einen ambulanten Hospizdienst bezahlen?

Einen Teil der Kosten für die hospizliche Begleitung – ob ambulant oder stationär – übernehmen die jeweiligen Kostenträger (also z. B. Ihre Krankenkasse). Den fehlenden Betrag bringen die Hospize/-vereine selbst auf, z. B. aus Stiftungen oder Spenden.

Für die Betroffenen selbst fallen keine Kosten an.

Spielt mein Glaube/meine Konfession eine Rolle, wenn ich einen Hospizplatz suche?

Nein. Hospizvereine sind offen für alle Menschen, die hospizliche Begleitung brauchen – unabhängig davon, ob sie religiös sind und welcher Religion sie angehören. Informationen über die hospizliche Begleitung von und durch Menschen mit Migrationshintergrund finden Sie im Menüpunkt Aktivitäten.

Wie lange kann ich in einem Hospiz bleiben?

Bis zu Ihrem Lebensende.

In seltenen Fällen schöpfen Menschen im Hospiz dank der palliativmedizinischen Versorgung, der spezialisierten, patientenzugewandten Pflege und der intensiven Begleitung so viel Kraft, dass sie weit länger leben, als von ihren Ärzten vorhergesagt (lesen Sie hier die Geschichte einer alten Dame: „Frau B. möchte sterben, wie sie gelebt hat.“). Wenn jemand sich so gut erholen sollte, dass er nicht mehr auf die stationäre Palliativpflege angewiesen ist, würde das Hospiz ihn ggf. nach Hause bzw. in seine Alten- und Pflegeeinrichtung zurücksenden. Dies kommt jedoch nur äußerst selten vor.

Menschen, die gut zu Hause versorgt werden können, werden gar nicht erst in ein Hospiz überwiesen.

Gibt es im Hospiz feste Besuchszeiten?

Nein. Im Hospiz ist der Mensch nicht „Patient“, sondern „Bewohner“ oder „Gast“. Er soll sein Leben möglichst in seinem Rhythmus und nach seinen Gewohnheiten gestalten können. Dazu gehört auch, dass z. B. berufstätige Angehörige auch abends zu Besuch kommen (wenn der Gast dies möchte). In manchen Hospizen und Palliativstationen können Angehörige auch im Zimmer des sterbenden Menschen übernachten.

Wie Familienleben im Hospiz stattfinden kann, das schildert Pflegeprofi Katarina Theissing: zum Report.

Ist eine hospizliche Begleitung auch im Alten- oder Pflegeheim möglich?

Das hängt von der jeweiligen Einrichtung ab. Immer mehr Alten- und Pflegeeinrichtungen verankern den Hospizgedanken in ihrer Arbeit. Altenpflegekräfte bilden sich in Palliative Care weiter; viele Heime arbeiten inzwischen auch mit Hospizvereinen zusammen, die ehrenamtliche Hospizbegleiter entsenden. Sie sind nicht nur Ansprechpartner für schwerstkranke und sterbende Menschen, sondern auch für deren Angehörige.

Mehr Infos hierzu finden Sie im Menüpunkt Aktivitäten.

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Ehrenamtliches Engagement

Was machen ehrenamtliche Hospizbegleiter/-innen genau?

Ehrenamtliche sind im Hospizteam die „Fachleute fürs Alltägliche“. Sie begleiten schwerstkranke und sterbende Menschen, sind Partner im Gespräch und im Schweigen, beim Spielen oder Kochen, sie lesen vor, gehen zur Hand, unternehmen Besorgungen oder kleine Ausfahrten mit dem Rollstuhl. Sie wollen, gemäß dem Motto der Hospizbewegung, „den Tagen mehr Leben geben“. Auch für Angehörige sind sie oft wertvolle Ansprechpartner.

Gut zu wissen: Ehrenamtliche Hospizbegleiter/-innen ersetzen auf keinen Fall die Pflegekraft. Sie müssen und dürfen keine pflegerische Tätigkeit ausüben.

Werden ehrenamtliche Hospizbegleiter/-innen auf ihre Einsätze vorbereitet?

Ja, sehr intensiv, mit Theoriekursen und begleiteter Praxis. Die einzelnen Hospizvereine gliedern ihre Kurse unterschiedlich, z. B. in ein Einführungs- und ein Vertiefungsseminar bzw. einen Orientierungs- und einen Ausbildungskurs. In Kursen, die sich über einen Zeitraum von mehreren Monaten bis zu einem Jahr erstrecken …

  • werden Sie mit der Hospizarbeit und der Rolle der Hospizbegleitung vertraut gemacht,
  • lernen unterschiedliche Krankheitsbilder kennen,
  • setzen sich mit den körperlichen Prozessen des Sterbens auseinander,
  • diskutieren ethische Fragen und vieles mehr.
  • Intensiv beschäftigen Sie sich mit Techniken und Kommunikation.
  • Im Praxisteil machen Sie unter Anleitung die ersten eigenen Erfahrungen in der Hospizbegleitung.
    Über die Ausbildung zur/m Hospizbegleiter/-in

Wie viele Wochenstunden arbeiten Ehrenamtliche in der Hospizhilfe?

Ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter entscheiden selbst, wie viel Zeit sie aufwenden möchten und können – meist zwischen zwei und vier Stunden pro Woche. Das bedeutet: Auch jüngere Menschen, die berufstätig sind oder studieren, können sich ehrenamtlich in einem Hospizverein oder einer Hospizgruppe engagieren.
Alle Infos zum Ehrenamt

Was brauche ich, um Hospizhelferin oder Hospizhelfer zu werden?

Sie sollten Feingefühl haben und gut auf andere Menschen eingehen können. Sie sollten belastbar sein – aber auch in der Lage, Grenzen zu ziehen und sich selbst zu schützen.

An wen kann ich mich wenden, wenn ich mich ehrenamtlich engagieren möchte?

An einen Hospizverein bzw. eine Hospizgruppe in Ihrer Nähe. Sie informieren und bieten oft auch selbst die Vorbereitungskurse an.
Adressen der Hospizvereine/-gruppen in Bayern

Patientenverfügung und Vollmachten

Ich weiß, wie ich mal sterben möchte. Wozu brauche ich eine Patientenverfügung?

Eine Patientenverfügung wird herangezogen, falls Sie selbst nicht mehr entscheiden bzw. sich äußern können. Zum Beispiel, weil Sie im Koma liegen oder eine fortgeschrittene Demenzerkrankung haben.
Weitere Infos zur Patientenverfügung

Welche Alternative bzw. Ergänzung gibt es zur Patientenverfügung?

Zum Beispiel eine Vorsorge-Vollmacht. Dabei benennen Sie eine oder mehrere Personen Ihres Vertrauens, die bereit sind, für Sie im Bedarfsfall zu handeln.
Weitere Infos zu Vollmachten

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Im Porträt

Im Palliativ- und Hospizzentrum am Würzburger Juliusspital rufen schon mal Menschen an, um sich einen Platz zu reservieren fürs „schöner Sterben“. Über die echten Chancen und Möglichkeiten diesseits der Lebenserhaltung um jeden Preis haben wir mit vier erfahrenen Palliativprofis gesprochen …

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Spenden

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