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3. Fachtagung der Bayerischen Stiftung Hospiz
13.10.03
Schloß Schney, Lichtenfels

Grundlagen der Hauskrankenpflege

Schwester E. Fuchs

Mundpflege bei Mundtrockenheit

Vorbemerkung:
Die Ursachen der Mundtrockenheit sind bei schwerstkranken und sterbenden Patienten nicht vorübergehend sondern andauernd.
Mundtrockenheit führt zu unangenehmen schmerzhaften Erkrankungen im Mund und Rachenraum, z. B. Borkenbildung auf Zunge und Gaumen.

Möglichkeiten und Pflegemittel zur Sekretförderung:

Hinweis: Bei wahrnehmungsgestörten Patienten Gefrorenes in die Mitte einer auseinander gefalteten Mullkompresse eindrehen, dem Patienten in den Mund legen und die Enden der Kompresse aus dem Mund hängen lassen. Die Patienten beginnen meist an der Kompresse zu saugen und machen mit minimalen Ressourcen eine selbständige Mundpflege.

Zahnprothesen: Gut säubern und feucht einsetzen. So lange wie möglich einsetzen!

Sich an Bedürfnissen und Vorlieben des Patienten orientieren!
Keine glyzerinhaltigen Mittel benützen, da Glyzerin nur für kurze Zeit anfeuchtet, dann aber den Mund austrocknet!!!

Regelmäßige Mundbefeuchtung:

Künstlicher Speichel wird oft als unangenehm empfunden und wirkt nur kurz.
Pflegemittel bei Borken und Belägen:

Vitamintabletten kann man unter mehreren Aspekten anwenden. Durch Schaumentwicklung auf der Zunge kommt es zu Ablösung von Borken und Belägen.
Außerdem haben Patienten häufig einen Vitaminmangel, und es kommt zu einer verstärkten Anfälligkeit von Rhagadenbildung und sekundären Mundpflegeproblemen. Durch Vitamingaben kann diesen in begrenztem Maß begegnet werden.

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Möglichkeiten bei starkem Mundgeruch (Tumorzerfall)

Vorbemerkungen:
Durch infiltrierendes Tumorwachstum entstehen immer wieder Wundflächen im Mund, die einen optimalen Nährboden für bakterielle und fungizide Keimbesiedlung bilden.
Absonderung von Tumorsekret, Infektionen und Blutungen sind die hartnäckigsten Ursachen für das Entstehen von Mundgeruch.
Mundgeruch verursacht Distanz und vergrößert zusätzlich bei dieser Patientengruppe die bereits durch entstellendes Tumorwachstum entstandene soziale Isolation.

Maßnahmen:
Die mechanische Reinigung ist meist sehr eingeschränkt bis unmöglich. Die regelmäßige Mundspülung mit desinfizierenden und stark desodorierenden (Desodorantia = Mittel zur Beseitigung, Überdeckung schlechter Gerüche) Tees oder einer synthetischen Mundspüllösung ist eine adäquate Behandlungsmöglichkeit um Mundgeruch zu reduzieren oder zu beseitigen.

Mundspülungen mit Tees:

Mundspülung mit Mundpflegelösung:

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Behandlung von Soor

Vorbemerkung:
Diese Infektion des Mundes kann bei schwerstkranken und sterbenden Tumorpatienten auftreten und bedarf der Behandlung.
Bei der Behandlung des Soors steht die medikamentöse Therapie im Vordergrund.
Das macht jedoch eine regelmäßige Mundpflege nicht überflüssig.

Ursachen:
Störungen der Immunabwehr durch:

Kennzeichen einer Soorinfektion:

Hauptlokalisationspunkte:

Symptome:

Medikamentöse Behandlung bei lokalem Soorbefall der Mundhöhle nach ärztlicher Verordnung:

Bei Schmerzen im Mund-Rachenraum, die das Schlucken und Essen behindern: anästhesierende Salben in den Mund vor dem Essen, evtl. systemische Schmerzbehandlung z.B. mit Novalgin®. Lutschtabletten mit Lokalanästhetikum (Vorsicht, evtl. Aspirationsgefahr)

Mundpflege bei Soor:
Bei der symtomorientierten Behandlung des Soors ist die sorgfältige Mundpflege eine wichtige Ergänzung der medikamentösen Therapie.
Salbeitee ist durch seine primäre fungizide Wirkung als Therapeutikum wirksam. Die durch Salbeitee auftretende Mundtrockenheit muss sorgfältig gegenüber dem Nutzen abgewogen werden. Zunge mit Zahnbürste bürsten (spez. Zungenbürste im Handel)

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Auswahl von Tees zur therapeutischen Mundpflege

Die therapeutische Anwendung von Tees sollte nach sorgfältiger Indikationsstellung angewendet werden. Loser Tee ist Teebeuteln vorzuziehen, da die Inhaltsstoffe im losen Tee noch weitgehend enthalten sind.

Kamille
Wirkung:

entzündungshemmend, antibakteriell, beruhigend und schmerzlindernd.
Anwendung:
Entzündungen des Zahnfleisches und der Schleimhaut im Mund und Rachenraum.
Zubereitung und Verabreichung:
1 – 2 Teelöffel mit 150 ml heißem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen und abseihen.

Salbei
Wirkung:

antibakteriell, fungistatisch (hemmt Pilzvermehrung, keine Abtötung), adstringierend, virostatisch, austrocknend durch Gerbstoffe.
Anwendung:
Entzündungen im Mund und Rachenraum, bei Tumorwachstum und Tumorzerfall im Mund und Rachenraum.
Zubereitung und Verabreichung:
1-2 Teelöffel geschnittene Blätter mit 150 ml kochendem Wasser übergießen, 3 Min. ziehen lassen und abseihen.

Thymian
Wirkung:

durchblutungsfördernd, antibakteriell, fungizid, desodorierend.
Anwendung: Entzündungen des Mund- und Rachenraumes, Prophylaxe und unterstützende Behandlung bei Soor und Mundgeruch.
Zubereitung und Verabreichung: 1 – 1,5 Teelöffel Thymian mit kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen und abseihen.

Ringelblumen
Wirkung:

desinfizierend, adstringierend, abwehrsteigernd.
Anwendung:
Entzündungen des Mund und Rachenraumes.
Zubereitung und Verabreichung:
1 Teelöffel Blüten auf 150 ml Wasser, Aufguss 5-10 Min. ziehen lassen und abseihen.

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