Pressemeldung
München, 14. Oktober 2003
Fachtagung der Bayerischen Stiftung Hospiz
"Menschenwürdig leben bis zuletzt"
"Oftmals ist es nicht der Tod, sondern das Sterben, vor dem Menschen Angst haben. Die Sterbebegleitung muss daher überall dort verbessert werden, wo Menschen Abschied nehmen", so Dr. Thomas Binsack, Vorsitzender des Stiftungsrates der Bayerischen Stiftung Hospiz anlässlich der diesjährigen Fachtagung am 13./14. Oktober 2003 in Lichtenfels.
Die Bayerische Stiftung Hospiz hat es sich zur Aufgabe gemacht, zur Verbesserung der Sterbebegleitung beizutragen. Obwohl ca. 90 Prozent der Menschen gerne daheim in vertrauter Umgebung ihre letzten Tage verbringen wollen, sieht die Realität anders aus. 55 Prozent aller Menschen in Deutschland sterben in einem Krankenhaus, weitere 30 Prozent in Alten- und Pflegeheimen und nur 10 Prozent zu Hause. Der Wunsch vieler Menschen, in vertrauter Umgebung sterben zu können, setzt aber voraus, dass gerade dort auch eine optimale Betreuung und Pflege des schwerstkranken und sterbenden Menschen möglich ist Die Basis dafür bilden neben den Angehörigen die ambulanten Pflegedienste und die ehrenamtlichen Hospizhelfer.
Daran hat die Bayerische Stiftung Hospiz mit ihrer praxisorientierten Arbeitstagung am 13./14. Oktober 2003 in Lichtenfels angeknüpft. Hospizhelfern und Pflegekräften wurde in zwei Tagen professionelle Fortbildung in den verschiedensten Bereichen, die für die Sicherstellung eines menschenwürdige Leben bis zuletzt notwendig sind, geboten. Neben Workshops zu Schmerztherapie, Grundlagen der Hauskrankenpflege, Allgemeine Symptomenkontrolle, Sozialarbeit in der Palliativmedizin, Umgang mit der Patientenverfügung u.v.m. konnten die über 140 Teilnehmer auch Erfahrungen mit Supervision sammeln – in der oft auch psychisch sehr belastenden Arbeit mit Schwerstkranken und Sterbenden ist es wichtig, dass die Hospizhelfer und Pflegekräfte ihre Erlebnisse auch verarbeiten können.
Die Fachtagung bot den verschiedenen Professionen Gelegenheit evtl. Vorbehalte abzubauen und Kontakte zu knüpfen. Für ein produktives soziales Arbeiten im Sinne des Hospizgedankens ist eine gelungene, von gegenseitiger Achtung getragene Zusammenarbeit zwischen den Pflegekräften der Sozialstationen und den freiwillig engagierten Hospizhelfern unerlässlich. Die Basis dafür ist gegenseitiger Respekt und Anerkennung.
Die Tagung war bereits die dritte Veranstaltung der Bayerischen Stiftung Hospiz in dieser Art. Wer sich für die Ergebnisse der Fachtagungen aus den Jahren 2001 und 2002 interessiert, kann einige der Referate und Vorträge auf der Homepage der Stiftung unter www.Bayerische-Stiftung-Hospiz.de abrufen.


