Mittelbayerische Zeitung Regensburg
First Lady empfängt Sterbebegleiter
Promi-Frauen für Hospizbewegung / "Dankeschön" bei ehrenamtlichen Helfern
REGENSBURG (hw). Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, derzeit im Urlaub,
fehlte gestern im Schloss. Ihre Durchlaucht ließ den 320 versammelten
ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und Hospizhelfern aus ganz Bayern aber
herzliche Grüße ausrichten. Fürstenhaus-Bevollmächtigter Klaus Kirchberger in
seiner Ansprache: "Sie wünscht' ihnen einen sonnigen, wunderschönen Tag".
Der Wunsch ging in Erfüllung. Nach dem Stehempfang im Schloss mit
Sozialministerin Christa Stevens (CSU), Schirmherrin der Bayerischen Stiftung
Hospiz, und Karin Stoiber, Gattin des Ministerpräsidenten und Bayerns First
Lady, erlebten die Hospizhelfer eine Schifffahrt mit der "Renate" zur Walhalla
und nach Geisling; am Ruder Kapitän Josef Schweizer (72). Unter Deck gab es
Schweine- oder Zanderfilet, später Kaffee und Kuchen.
Die Veranstaltung war ein "Dankeschön" fürs Engagement bei der Sterbebegleitung,
so Christine Denzler-Labisch, Chefin des Bayerischen Hospizverbandes. Der
Hospizverband besteht heuer zehn Jahre. In der bayerischen Hospizbewegung sind
93 Hospizvereine und Initiativen organisiert. Circa 2000 ehrenamtliche
Helferinnen und Helfer stehen jenen bei, die ihre Existenz in Würde und
schmerzfrei beenden wollen. Aktive Sterbehilfe und Euthanasie, wie in Holland,
Praxis, lehnt die Hospizbewegung mit 10000 Mitgliedern strikt ab.
"Wir können den Tod nicht abschaffen. Aber wir können den Sterbenden beistehen". In ihrem Grußwort dankte Karin Stoiber, die sich der Hospizbewegung verbunden fühlt, den Gästen für die bewiesene Einsatzbereitschaft und für die Zuneigung zu den Menschen. Respekt, Anerkennung und Dank zollte auch Staatsministerin Stewens, sie ist selbst Mitglied im Christophorus Hospizverein (Lkr. Ebersberg). Die Politikerin überreichte drei Frauen Blumensträuße stellvertretend für alle Helferinnen und Helfer. Alle trügen Tag für Tag dazu bei, "dass unsere Gesellschaft ein kleines Stückchen: wärmer und menschlicher wird". Am Ende vermeldete die Sozialministerin Positives. Eine Gesetzesinitiative sieht vor, dass die finanzielle Förderung ambulanter Hospizarbeit ab dem Jahr 2002 Aufgabe der Krankenkassen wird. Sollte der Gesetzentwurf vom Bundestag verabschiedet werden, können Millionen fließen.



